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Strohhansele

Historie

Die Entstehung des Strohhanseles läßt sich bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts (1800) zurück verfolgen. Es gibt verschiedene Deutungen für die Gestaltung dieses Maskenkleides. Eine Erklärung spricht davon, dass das Kleid an die Kinder erinnern soll, die einst auf der Spaichinger Gänsweide, beim Gänsehüten sich gegen die Kälte mit Stroh von den Feldern schützten. Deshalb zeigt eine Maske einen kindlichen Gesichtsausdruck. Eine andere Erklärung bringt das Strohhansele mit dem Spaichinger Funkensonntag (Baurefasnet) in Verbindung. Der heute noch erhaltene Funkensonntag (Sonntag nach Fasnet) geht auf almemannsiche Urkulte zurück, bei denen auch Strohvermummungen getragen wurden. Es sei daran erinnert, dass an einem Funkensonntag eine Strohpuppe als Winterhexe verbrannt wird (Winteraustreibung).

Häsbeschreibung

Die Narrenzunft Deichelmaus führt zwei Maskenkleidle, einmal in Rockausführung, zum anderen in Hosenausführung. Beide Ausführungen sind unabhängig d.h. sie stellen kein Paar dar. Das Strohhansele gibt es mit zwei verschiedenen Maskengesichtern: Einmal das kindliche Gesicht, das für Rock- und Hosenausführung getragen werden kann, und das herbe Männergesicht, das nur zur Hosenausführung getragen wird. Die Saubloter stellt das sogenannte Treibhilfsmittel dar, mit denen man die Gänse auf die Weide und wieder heim getrieben wurden. Das Kleid wird mit 8cm zugeschnittenem, geflochtenen Stroh auf rotem Untergrund hergestellt, bzw. genäht. Anschließend werden die aufgenähten Geflechte mit einem Spezialtransparent- Lack eingestrichen (imprägniert), damit das Strohgeflecht im getrocknetem Zustand eine besonders flexible Eigenschaft aufweist. Das Strohhansele trägt grundsätzlich weiße Handschuhe und schwarze Schuhe. Das Rockhansele trägt außerdem noch ein weißes Hemd unter der Pelerine und eine rote Tallienschärpe.

Bilder

Narrenzunft Deichelmaus Spaichingen 1445 e.V.
Brauchtum