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Gromberger Fräulein

Historie

Es mag um die Mitte des 15. Jahrunderts gewesen sein, als die Herren von Gromberg ihre ganze Herrschaft in Silber umgesetzt hatten. Die männlichen Nachkommen waren teils ausgestorben, teils als Hagestolze und teils ohne Nachkommenschaft abgeschieden. Es blieben nur doch drei Fräulein übrig wovon eines blind war. Zu den Tagen ihrer seligen Mutter nahm diese sich der Blinden sorgsamst an. Als sie aber starb, kam es zum Teilen unter den drei Töchtern. Ihr vieles Geld maßen sie in Simri. Treu und redlich wollen wir teilen, sagte die Älteste zur Blinden, ja noch mehr, damit du erkennst wie gut wir es mit dir meinen, so wollen wir dir deinen Anteil aufgehäufelt geben, während wir das Simri nur gestrichen ausmessen. Der Blinden stellten sie das Simri aber verkehrt hin und gaben ihr so ihren Anteil aufgehäufelt, welch letztere sie mit ihren Händen fühlen konnte. Die gutmütige Blinde war zufrieden und ahnte nichts böses, hatte sie ja noch nie ein Simri gesehen. Die treulose, trügerische Teilung trug aber ihre Früchte: Die Blinde vermachte das Wenige das sie hinterlassen konnte den Armen und zu einem Seelgeräte. Die beiden anderen vererbten einander, die letzte sollte auch für ein Seelgeräte der beiden Sorge tragen. Doch die letzte, es war die Älteste die der Geiz nicht sterben lassen wollte, war stets voll Angst wegen ihres Geldes. Da vergrub sie den größten Teil des Geldes. Und als sie starb gingen die Armen leer aus, leer auch die beiden vorher gestorbenen Schwestern, noch heute haben sie kein kirchliches Jahrgedächtnis. Aber auf der Gromburg musste sie wandern. Es verstrichen zwei Jahrhunderte und sie saß im lautlosen Schmerz unter furchtbarer Angst bei einem schwarzen Hund mit feurigen Augen und feurigem Rachen, der ihr Geld bewachte. Nur einmal des Jahres darf sie acht Tage lang heraus auf die Oberwelt und kann einen Erlöser annehmen. Und in dieser Zeit haben sie gar oft Grasmägde gesehen, es ist in der Fronleichnamsotav. Da hat der Hund keine Gewalt über sie. Es kam wieder einmal diese Zeit, viele Leute waren draußen auf dem Felde. Da sahen sie eine Schaar Jesuiten von Ellwangen herkommen. Sie gingen paarweiße, waren ernst und beteten laut miteinander. Der Zug ging hinauf auf den Gromberg hier verweilten sie mehrere Stunden. Niemand wusste was vor sich ging. Als sie aber herab kamen waren sie ganz heiter, beteten nicht mehr und waren auch nicht mehr im geordneten Zuge, dagegen vernahm man ein ungeheures Gerassel in der Luft, wie wenn einige schwere Fuhrwerke dahin fahren und diese Wagen fuhren sämtlich Ellwangen zu. So haben die Jesuiten den Höllenhund überwunden und genötigt ihnen all das Geld auf den Schönenberg zu führen. Damit bauten sie die Schönenenbergkirche. Das Fräulein aber wird jetzt erlöst sein. Doch sollen es in neuester Zeit wieder einige gesehen haben

Häsbeschreibung

Karnevalsverein Bettelsack-Narra Lauchheim 1982 e.V.
Brauchtum